03.11.2016

Rote Ehrennadel

Drei Rote Ehrennadeln an verdiente KAB-Mitglieder im Kreisverband verliehen Marita Philipp, Pfarrer und Präses Georg Flierl und Monika Bauer

Kreisverband KAB – Mitgliederversammlung 2016

 

Tirschenreuth (heb) Brandaktuelle Themen hatte der Kreisverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) bei der Mitgliederversammlung im großen Pfarrsaal auf dem Programm. Diözesansekretär Martin Schulze referierte zu den Freihandelsabkommen CETA und TTIP. Doch vorher hatte er die ehrenvolle Aufgabe drei „Rote Ehrennadeln“ des Diözesanverbandes zu vergeben.

 

Um diese Auszeichnung zu bekommen, braucht es entweder den besonderen Vorschlag des Diözesanverbandes oder die zu Ehrenden müssen mindestens 15 Jahre als Vorsitzende tätig sein. Davor stehen meist noch einige Jahre Mitarbeit in der Vorstandschaft. So bewertete Diözesansekretär Schulze die Richtlinien für die Ehrungen als sehr hochgesteckt. Sich über einen so langen Zeitraum in einem Verband zu engagieren, als Vorsitzender Verantwortung und Arbeit zu übernehmen, sei keineswegs selbstverständlich. Den zu Ehrenden sprach er dafür ein herzliches Vergelt‘s Gott aus.

 

Die Ehrungen gingen einmal an Stadtpfarrer Georg Flierl, der seit 2001 den Ortsverein Tirschenreuth als Präses begleitet und immer zur Seite stand, wenn er gebraucht wurde.

Marita Philipp, seit 1991 Mitglied, seit 2001 Vorsitzende des Ortsvereins Waldershof und immer bemüht interessante Veranstaltungen zu organisieren.

Und die Dritte im Bunde war Monika Bauer, die seit 1982 Mitglied im Ortsverein Tirschenreuth ist, stellvertretende Vorsitzende von 1994 bis 2013 war, danach Vorsitzende wurde und noch ist und zudem seit 2009 als Seniorenbeauftragte arbeitet.

 

Präses Georg Flierl dankte für die Ehrung und nutzte die Gelegenheit seinen Dank für die geleistete Vereinsarbeit an die Vorstandschaft zu richten. Besonders seien auch die Informationsveranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen, die von der KAB organisiert würden, sehr wichtig. Soziale Themen greife die KAB auf und arbeite diesbezüglich zum Wohle der Menschen.

 

Diözesansekretär Martin Schulze hatte danach ein detailliertes und umfangreiches Referat zu CETA und TTIP parat. Angefangen von den Hintergründen eines Freihandelsabkommens bis zum aktuellen Stand der Verhandlungen, stellte er auch die Meinungen der Befürworter oder Gegner zur Diskussion.

Seit März 2013 gebe es Verhandlungen über die genauen Vertragsbedingungen zwischen Europa und den USA. Anfang Oktober 2016 habe nun die 15. Verhandlungsrunde für TTIP begonnen. Doch trotz der langwierigen Verhandlungen wurde noch für „keines der 27 bis 30 Kapitel des Abkommens eine Einigung erzielt“. Anders sehe es für CETA aus, dem Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU. Hier seien die Verhandlungen im August 2014 abgeschlossen worden, der Vertrag bedürfe jetzt noch der Zustimmung des Europäischen Parlaments. Derzeit werde täglich in den Medien darüber berichtet. Sollte CETA allerdings in Kraft treten, könne dies die „Blaupause“ für TTIP werden.

 

Der Zusammenschluss der beiden Märkte USA und Europa würde den größten Wirtschaftsraum der Welt schaffen mit etwa der Hälfte des Welthandelsvolumens. Dafür bräuchte es den Abbau sogenannter Handelshemmnisse. Angefangen von banalen technischen Gegebenheiten für Autobauer bis zu Regeln für die Finanzmärkte oder Arbeitnehmerschutzgesetze spanne sich ein breiter Bogen. Betroffen von den Regelungen wären auch die Bereiche Gesundheit, Klima, Umwelt oder technische Standards und Zulassungsvoraussetzungen für den jeweiligen Markt. Im Klartext könne sich der Verbraucher die „Chlorhähnchen“ vorstellen oder Gentechnik im Getreide aus Richtung USA oder umgekehrt Antibiotika in den Tieren aus Richtung EU. Schulze ging auch auf Themen wie „fehlende Transparenz“, „Investorenschutz“ oder „ökologische und soziale Standards“ näher ein. Interessierte Zwischenfragen bzw. Fragen nach dem Vortrag beantwortete Martin Schulze natürlich gerne.

 

Drei Rote Ehrennadeln konnte Diözesansekretär Martin Schulze an verdiente KAB-Mitglieder im Kreisverband verleihen. (Von links nach rechts) Marita Philipp, Vorsitzende des Ortsvereins Waldershof, Stadtpfarrer und Präses Georg Flierl vom Ortsverein Tirschenreuth, Diözesansekretär Martin Schulze und Monika Bauer, Vorsitzende des KAB-Ortsvereins Tirschenreuth.

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