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01.04.2018

Arbeiten in Würde - auch in Zeiten der Digitalisierung muss der Mensch im Mittelpunkt stehen

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sehen Arbeit 4.0 unter anderen Gesichtspunkten

Vielleicht nicht ganz so rasant wie die modernen Kommunikationsmedien wandelt sich die Arbeitswelt. So gut wie kein Arbeitsplatz bleibt von Digitalisierung verschont. Aber was macht das mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern? Sind sie auf einen so raschen Fortschritt in ihrem beruflichen Umfeld mental ausreichend vorbereitet?  Diese Fragen treibt auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung um. „Wir wünschen uns, dass Arbeit auch im Zeitalter von Industrie 4.0 noch Sinn macht“, sagte Diözesanvorsitzender Willi Dürr aus Painten auf der Tagung am Samstag in Mainburg. Um das Thema zu vertiefen, hatte sich das Gremium zwei Experten eingeladen. Aus Sicht der Arbeitnehmer bzw. der Arbeitgeber beleuchteten Stefan Zierer, Betriebsratsvorsitzender der Wolf Gruppe in Mainburg, und die Bereichsleiterin Regionalpolitik, Arbeitsmarkt, Statistik der IHK Regensburg, Sibylle Aumer, die Fragestellung, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussehen wird. Einig waren sich beide Referenten, dass den Beschäftigten zum Teil revolutionäre Veränderungen in ihrem beruflichen Umfeld bevorstehen, auf die sie sich einzustellen haben. Während man auf Arbeitnehmerseite, wie Zierer ausführte, noch mehr Druck auf die Belegschaften befürchtet, weisen die Arbeitgeber, wie auch Aumer, auf die Chancen von flexibleren Arbeitszeitmodellen und damit mehr persönliche Freiräume hin.

Sozialpfarrer und KAB-Diözesanpräses Msgr. Thomas Schmid formulierte es sehr deutlich: „Wir machen uns Sorgen um die Seele des Menschen in einer sich rasant ändernden Zeit. Was wir nicht wollen ist Sklavenarbeit.

 

 

Positionen und Bedenkenswertes zur Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche wird auch in der Arbeitswelt tiefgreifende Veränderungen hervorrufen. Niemand weiß genau, wie viele Arbeitsplätze künftig durch die künstliche Intelligenz im Handwerk, in der industriellen Produktion und im Dienstleistungsbereich ersetzt werden. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Regensburg sieht die Digitalisierung aber als einen umkehrbaren Prozess, den es kritisch zu begleiten und aktiv zu gestalten gilt. Dabei setzt sich die KAB dafür ein, dass Arbeiten und Leben auch im Zeitalter der Digitalisierung und Flexibilisierung in Würde und Solidarität stattfinden kann.   

Die KAB

… mahnt an, dass es auch in einer digitalen Welt ein Recht auf persönliche und damit intransparente Lebensbereiche geben muss.

… fordert daher die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme auf eine breitere Grundlage zu stellen und kapitalintensive Betriebe mit hohem Rationalisierungspotential daran zu beteiligen. Diskutiert werden muss eine Wertschöpfungsabgabe auf die Abschreibungen von Maschinen, Computern und Robotern

… mahnt an, frühzeitig allen Arbeitnehmer/innen Zugänge zu Weiterbildungsangeboten zu ermöglichen und sie auf das digitale Zeitalter vorzubereiten. Zudem müssen digitale Formen der Mitbestimmung (z.B. Bewertungsplattformen für Auftraggeber im Internet) erprobt und eingeführt werden

… mahnt an, dass die Aufrechterhaltung der psychischen und physischen Arbeitskraft nicht allein in der Verantwortung der Arbeitnehmer/innen (Selfcare) stehen kann

… mahnt an, dass es ein Recht auf Nichterreichbarkeit und auf Privatsphäre gibt, auch wenn eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit technisch möglich und im globalen Wettstreit erforderlich erscheint. Ein gesunder Rhythmus von Arbeits- und Freizeit sowie gemeinsame freie Zeiten, wie sie der Sonntagsschutz bietet, werden in einer digitalen Welt, die auf hoch automatisiere und „bewusstlose“ Prozesse setzt - wichtiger denn je.

Das ganze Positionspapier bekommen Sie in den KAB Sekretariaten oder finden es hier.

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