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11.02.2020

„Polizei macht auch keinen Gewinn“

KAB macht sich Sorgen um die kreiseigenen Krankenhäuser.

Die anhaltende Diskussion über die Finanzierung der Krankenhäuser und die inakzeptable Situation für das Pflegpersonal veranlasste nach dem Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) auch den Kreisverband Kelheim mit Vorsitzendem Walter Schmid, in dieser Angelegenheit tätig zu werden.

Zur dritten Erörterungsrunde trafen sich im Hofcafé Gabelsberger neben Verantwortlichen der KAB-Ortsverbände auch Betriebsrat Manuel Gruber von der Goldbergklinik, die Betriebsratsvorsitzenden der Ilmtalklinik Mainburg, Dr. Sören Sörensen und Manuela Winzer, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Vertreter von Ver.di, DGB und VdK. Es wurde festgestellt, dass über den Fortbestand oder die Rechtsform der kreiseigenen Häuser letztendlich die Kommunalpolitiker im Kreistag zu entscheiden hätten. Auch wenn aktuell noch kein Mitglied dieses Gremiums die Schließung eines dieser Häuser in Betracht ziehe, werde allein durch das steigende Defizit enormer Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt. Wesentlichen Einfluss auf die Meinungsbildung eines Kreistages habe auch die Gesetzeslage zur Krankenhausfinanzierung, aufgrund derer die Finanzierung für den Landkreis immer problematischer wird.

Sowohl im AOK-Report 2018, als auch in einer Studie der Bertelsmann- Stiftung werde die Stilllegung von Kliniken mit weniger als 500 Betten gefordert. Kleinen Häusern mangele es an Qualität, die Kliniklandschaft solle von 1750 auf 600 Klinken verringert werden. Schmid wies auf das Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ hin. Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die kleinen Krankenhäuser bestärkte Chefarzt Dr. Michael Reng von der Goldbergklinik die Mitglieder des Aktionsbündnisses. Vor allem das Argument, ein Krankenhaus müsse sich rechnen oder gar Gewinn machen, sei eine falsche Denkweise. Auch Polizei und Feuerwehr machten keine Gewinne, somit dürfe auch bei der Gesundheit der Mitmenschen nicht der Profit im Vordergrund stehen. Medizinische Hilfe dürfe nicht nur ökonomisch betrachtet werden. Reng wehrte sich, den Patienten als Kunden zu sehen und schloss mit dem Appell „Wir brauchen ein Krankenhaus statt Fabrik!“

In der angeregten Aussprache monierte Kreisrat Willi Dürr „Es kann nicht Aufgabe von Krankenkassen sein, darüber zu befinden, ob Krankenhäuser der Grundversorgung geschlossen werden.“ Langquaids Bürgermeister und Kreisrat Herbert Blascheck meinte, dass Krankenhäuser zur notwendigen Infrastruktur gehörten. Auftrag sei, sich zukunftsfähig zu machen, die Infrastruktur und die Sicherheit für die Bürger zu stärken. Eine Krankenhausschließung bedeute den Verlust von Lebensqualität. (dph)

https://www.mittelbayerische.de/region/kelheim-nachrichten/polizei-macht-auch-keinen-gewinn-21029-art1868933.html

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