26.04.2017

Aufruf zum 1. Mai 2017

Digitalisierung der Arbeitswelt menschenwürdig gestalten! Arbeit 4.0 darf nicht zum Ausschluss von Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern füh-ren. Fakt ist, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt auf Kosten des Verlustes von Arbeitsplätzen vorangetrieben wird. Besonders betroffen sind die Industrie und Verwaltungstätigkeiten im Dienst-leistungsbereich, wo durch digitale Arbeitsprozesse immer mehr Arbeitskräfte ersetzen werden. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands sagt Stopp zum Ausschluss von Arbeitnehme-rinnen und Arbeitnehmern durch eine völlig profitorientierte Wirtschaftsweise.

Wir brauchen eine Bildungs- und Arbeitsplatz-Offensive!!
Die derzeitigen Strategien stellen die Weichen auf eine Wirtschaft 4.0 und lassen die Arbeitnehme-rinnen und Arbeitnehmer allein. Aus- und Weiterbildung müssen stärker gefördert werden, damit keiner durch die fortschreitende Digitalisierung abgehängt wird. Darüber hinaus müssen neue Ar-beitsplätze im Umweltschutz und in der Pflege geschaffen werden.
Wir brauchen soziale Sicherheit bei Arbeit 4.0!!
Der Ausbau der Digitalisierung gefährdet erreichte Standards im Arbeitsrecht, in der Arbeitssicher-heit und in der sozialen Sicherung. Ziel muss die Gestaltung einer menschenwürdigen Arbeit 4.0. sein. Crowd-Working und IT-Jobs müssen aus der Grauzone der Scheinselbständigkeit befreit und zu Arbeitsverhältnissen mit allen Sozial- und Arbeitsrechten werden. Internet-Arbeit darf kein rechts-freier Raum ohne Tarifbindung und Mitbestimmung sein. Atypische und prekäre Beschäftigung müs-sen abgeschafft werden.
Faire, existenzsichernde und sozialversicherungspflichtige Löhne und Entlohnungen sind Grundvo-raussetzung für eine menschenwürdige Arbeit 4.0. Die KAB steht für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde!
Wir müssen die Entgrenzung der Arbeit 4.0 stoppen!!
Internetarbeit löst die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus sozialen und gesellschaftlichen Strukturen. Arbeit rund um die Uhr, ohne feste Arbeitszeiten, ohne Sonn- und Feiertagsschutz und ständiger Bereitschaft und Verfügbarkeit führen zu einer Entgrenzung des Einzelnen, der Familien und in der Folge auch der gesamten Gesellschaft. Bisher hat es die Bundesregierung versäumt, die Ergebnisse des Arbeitsberichts "Arbeit 4.0" umzusetzen. Wir fordern Politik, Wirtschaft und Ge-werkschaften auf, endlich menschenwürdige Rahmenbedingungen für Internetarbeit europaweit festzulegen!

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