02.02.2016

Menschen mit Fluchtgeschichten

Einblicke aus den afa-KAB Seminar

Was Flucht bedeutet erzählten zwei afghanische Jugendliche den 50  Seminarteilnehmer. 

 

 

 

Regensburg/Werdenfels. Keinem leichten Thema stellten sich die Teilnehmer der 41. ökumenischen Bildungstage, die von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Regensburg  und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der evangelischen Kirche ausgerichtet wurden. Über den 2 Tagen ragte das Motto „Menschen mit Fluchtgeschichte“. „Wir wollen mit den Asylsuchenden reden und nicht über sie“, betonte KAB-Sekretär Martin Schulze bei der Begrüßung der gut 50 Seminarteilnehmer. Auf zum Teil abenteuerliche Weise kamen die beiden Afghanen Ali und Saszan nach Deutschland. Der 18jährige Ali klammerte sich mehrere Tage an einem Güterwagon fest und fuhr so quer durch die Balkanstaaten. Aktuell ist er mit 130 anderen Asylbewerbern in einem ehemaligen Gasthof untergebracht und möchte vor allem noch besser deutsch lernen. Dabei wird er vom Asylnetzwerk vor Ort unterstützt. Frau Schedl, eine der ehrenamtlichen Helferinnen meint „Alles was wir tun, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wie z.B. das Ausrichten von Familienfrühstücken, Kleiderbasaren und die Organisation des Deutschunterrichts. Eigentlich bräuchte eine Einrichtung mit 130 Asylsuchenden mindestens einen Sozialarbeiter.“ Schlicht aber umso eindrücklicher äußerte Ali seinen Wunsch: „Ich habe andere Haare als ihr, andere Augen und eine andere Hautfarbe. Aber ich bin ein Mensch und ich möchte einfach leben können wie Mensch. Ich möchte lernen können, einen Beruf ausüben oder einfach ohne Angst Spazierengehen können.“
Mit dem 23jährigen Syrer Bilal war am Sonntag ein weiterer Asylbewerber zu Gast. Dank der evangelischen Kirchengemeinde in Burglengenfeld, die ihm Kirchenasyl gewährte, entkam er der Abschiebung. Pfarrer Gottfried Tröbs erwies sich dabei als exzellenter Fachmann in Fragen des Kirchenasyls. Dieses gehe auf das antike Griechenland zurück, wo die Hiketiden in den Tempeln Schutz vor ihren Verfolgern suchten. Später wurde dies von den christlichen Gemeinden übernommen.
Weiter vertieft wurde die Thematik  durch die Religionswissenschaftlerin Dr. Maria Baumann. Als Islam-Expertin vermittelte sie den Teilnehmern eindrücklich, was tatsächlich im Koran steht und was davon durch kulturelle und politische Interessen derzeit überlagert wird. „Es gibt mehr gemeinsame Werte zwischen Christen und Muslimen als viele meinen“, betonte Baumann. „Die Vorkommnisse in Köln und die Gewalttaten der IS haben nichts mit den im Koran vermittelten Werthaltungen gemein.“ Aus ihrer Sicht sei der Dialog zwischen den Religionen wichtiger denn je, um Parallelgesellschaften bei uns in Deutschland zu verhindern.
Abgerundet wurde das Seminarangebot durch gemeinsame Gottesdienstfeiern und als Kontrapunkt zu den „schweren“ Inhalten, ein unbeschwerter Tanzabend mit Livemusik.

 

 

Bild (c) Martin Schulze

Inter(+)aktiv

Treten Sie mit uns in Kontakt

mehrweniger

Adresse

KAB Diözesanverband Regensburg e. V.
Obermünsterplatz 7
93047 Regensburg
Telefon: +49 9415972285

Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner aus dem Diözesanverband Regensburg.
Ihre Ansprechpartner

Unterstützen Sie die KAB

Jede Spende hilft!

Unterstützen Sie die Projekte der KAB und stärken Sie die selbständige Vereinigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Mitglied werden

Hier steht der Mensch im Mittelpunkt.

Jetzt informieren