22.07.2020

Statt Sonntagsöffnungen ein höherer Mindestlohn

In ihrer Vorstandssitzung hat sich der KAB Kreisverband Regensburg/Stadt mit aktuellen sozialpolitischen Themen auseinander gesetzt. Rentenpolitik, Mindestlohn und Sonntagsöffnungen standen im Mittelpunkt der Beratungen.

Enttäuscht zeigte sich die KAB, dass trotz Anhörung das Rentenkonzept der katholischen Verbände mit einer vor Altersarmut schützenden Sockelrente für alle BürgerInnen keine Beachtung im Abschlussbericht der Rentenkommission gefunden hat. "Hier wurde wieder die Chance vertan, die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung weiter zu entwickeln und so Abgeordnete, Selbstständige und zukünftig auch Beamte mit in einen wirklich verlässlichen Generationenvertrag einzubeziehen", erklärte der KAB Kreisvorsitzende Albert Herold. Die Reformmaßnahmen bieten somit keine Antwort auf die Veränderungen in der Arbeitswelt und an den sozialen Sicherungssystemen.

Wir brauchen statt zusätzliche Sonntagsöffnungen einen bedeutend höheren Mindestlohn

Den gegenwärtigen Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, mit Sonntagsöffnungen die Konjunktur anzukurbeln, erteilt der KAB Kreisverband Regensburg/Stadt eine deutliche Absage. "Wir brauchen Kaufkraft statt Kauflust. Und vor allem brauchen wir den arbeitsfreien Sonntag", betonte Herold.

Die KAB sieht in den Vorstößen der beiden Wirtschaftminister ein Armutszeugnis. Wenn Wirtschaftsministern bezüglich der Konjunktur nichts mehr einfiele, würden sie auf Deregulierung und Ladenöffnungen an Sonntagen setzen. "Wir brauchen statt zusätzliche Sonntagsöffnungen einen bedeutend höheren Mindestlohn", fordert die KAB. Schon jetzt seien die Beschäftigten durch die Corona-Maßnahmen in den Geschäften vielen Belastungen ausgesetzt; sie jetzt noch am Sonntag zusätzlich arbeiten zu lassen, führt nicht nur zu Burnout sondern erhöhe auch unnötigerweise die Gefahr von Virusinfektionen.

Erhöhung des Mindeslohns auf 13,69 €

Wer den Einzelhandel fördern will, muss den Mindestlohn in Niedriglohnbereich deutlich anheben. Der Mindestlohn ist eine Armutsfalle. "Nur wer ausreichend Lohn hat, kann auch entsprechend konsumieren. Wir fordern deshalb eine Anhebung der Lohnuntergrenze auf 13,69 €", so die KAB Diözesansekretärin Michaela Zwerger. Auch die von der Kommission vorgeschlagene Anhebung um 15 Cent ab 1. Januar nächsten Jahres löse keine Probleme. "Untere Einkommensgruppen sind auf einen existenzsichernden Lohn angewiesen und nicht auf längere Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Werktagen."

Die vergangenen Monate waren und sind für viele Menschen bei uns in Deutschland nicht nur eine Geißel, nein, sie bieten auch eine Chance. Wir denken dabei an die vielen Hilfsangebote im Kleinen - in Hausgemeinschaften - wie im Großen. Positiv überrascht ist die KAB, wie viel Kreativität die Menschen zeigen. Früher hieß es: Not macht erfinderisch. Corona hat es wieder bewiesen. "Erhalten wir uns diese Kreativität und nehmen nicht alles für selbstverständlich, wir können mehr, als wir uns selbst zutrauen", meinte die KAB Kreisvorsitzende Gabi Fischer. Auch wenn u ns Corona alle noch immer mehr oder weniger in Schach hält, wollen wir optimistisch in die Zukunft denken.

Text: Albert Herold, KAB Kreisvorsitzender Regensburg/Stadt

 

 

Wenn Sie die Forderung der KAB nach einem Mindestlohn von 13,69 Euro unterstützen möchten, unterschreiben Sie die Petition "Stoppt die Armutsfalle Mindestlohn!"

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