20.09.2018

KAB bildet Sozialberater aus

Sozialberater sind Ersthelfer bei sozialen Fragen in den Gemeinden

Unter der Leitung von Josef Wismet, Rechtsstellenleiter der KAB und Christa Mösbauer KAB-Diözesansekretärin, Versichertenberaterin und Vorstand der DRV Bayern Süd, fanden sich in Schwarzenfeld zahlreiche TLN aus der Diözese Regensburg zur KAB-Sozialberaterschulung ein. Die Schulung war abgestimmt auf die Wissensbedürfnisse angehender und etablierter KAB-Sozialberater, die in den KAB-Gruppen und Pfarreien ihre Dienste ehrenamtlich anbieten. Sie fungieren als Ersthelfer in sozialen Fragen.
Pflegefall was nun? – welche ersten Schritte sind zu tun?
das war die Themenstellung des Tages. Dazu konnte die Referenten Petra Ihring, Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige der Caritas Schwandorf, gewonnen werden.  In ihren Ausführungen ging sie auf die Anlaufstellen ein, wohin man sich wenden kann, wenn ein Pflegefall eintritt.  Welche Voraussetzungen bedarf es um eine Pflegeeinstufung zu bekommen. Neu ist es, dass jetzt nicht nur körperliche und geistige Einschränkungen berücksichtigt werden, sondern auch seelische Behinderungen. Früher wurden nur Hilfebedarfe erfasst, seit 2017 wird erfasst, in welchen Bereichen der zu begutachtende Mensch noch selbständig ist.
Die Begutachtung steht an
Ein großer Themenblock war die Vorbereitung auf den Besuch des MDK. Der Familienrat sollte sich vorab zusammensetzen und die Pflegleistungen die verrichtet werden, zu dokumentieren. Ggf. auch mit Fotos. Ihring empfiehlt auch, weiterhin ein Pflegetagebuch zu führen, es ist ein guter Nachweis welche Aufgaben und Zeiteinsätze für die Pflege nötig sind, auch wenn die Dokumentation nicht mehr von den Pflegekassen gefordert wird. Vorbereitend ärztliche Atteste einzuholen, ist ein guter Ansatz. Des Weiteren wurden Fragen besprochen die ein Gutachter eventuell stellen könnte. Es ist ganz wichtig keine Suggestivfragen zuzulassen.
Pflegezeiten können auch für Rentner rentensteigernd angerechnet werden
Im zweiten Modul erklärte Mösbauer die Neuerungen, wie man Pflegezeiten auch als Rentner angerechnet bekommt. Pflegeleistung in der Rente bekommt man anerkannt, wenn der MDK Pflegebedarf bestätigt, man mindestens 10 Stunden in der Woche pflegt und maximal 30 Stunden versicherungspflichtig beschäftigt ist.  Es besteht auch die Möglichkeit als pflegender Rentner seine Rente um 1 Prozent zu kürzen, somit wirken sich die Beiträge die die Rentenversicherung für einen Menschen der pflegt an die Rentenversicherung entrichtet, rentensteigernd aus. Immerhin steigert ein Jahr Pflege im Pflegegrad 2 mindestens 5,84 Euro pro Monat und im Pflegegrad 5. maximal 30,90 Euro die Rentenhöhe. Im nächsten Modul erklärte Wismet den KAB-Sozialberatern die Neuregelung des Flexi-Rentengestzes, im Hinblick auf die Hinzuverdienstmöglichkeiten bei Alters- und Erwerbsminderungsrenten. Generell kann man sagen, dass bei einer vorgezogenen Rente, ein Hinzuverdienst von 6.300 Euro möglich ist. Vom darüber liegenden Einkommen, wird zu 40 % bei der Rente angerechnet und die Rente wird entsprechend gekürzt. Ab der der Regelaltersrente zählen nur noch steuerliche Aspekte.
Die große Witwenrente erhält man erst mit mindestens 45 Lebensjahren
 Wismet ging auch auf die Besonderheiten bei der Witwen/er Rente ein, viele wissen hier nicht, dass auch ein Abschlag von max. 10,8 % fällig wird, wenn ein Partner vor dem 65. Lebensjahr stirbt und dass eine große Witwenrente nur bezahlt wird, wenn der Hinterbliebene mindestens das 45 Lebensjahr erreicht hat. Auch im Hinterbliebenenrecht wir das Eintrittsalter gesteigert und das Todesjahr des Versicherten maßgeblich ist. Im Sterbejahr 2029 muss der Hinterbliebene mindesten 47 Jahre alt sein, um die große Witwenrente zu bekommen.