Josefitag 2018: "Ich studiere Handwerk!“

Bischof, Präsident und Verbandspräsides beim Josefstag Kolpingwerk und KAB feierten den Josefitag mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer,  HWK-Präsident Dr. Georg Haber und den beiden Verbands-Präsides Karl-Dieter Schmidt (Kolping) und Thomas Schmid (KAB).

Dieser  Josefitag unter der gemeinsamen Gestaltung von KAB und Kolping  fand dieses Jahr bereits zum 4. Mal statt. Das gute Zusammenwirken der beiden kath. Sozialverbände spiegelt sich derzeit sogar im fast identischen Namen der beiden Verbandsgeistlichen wider und so sprach man bei der Feier im Kolpinghaus sogar schon vom "Schmidteinander",  in Anlehnung an eine frühere Fernsehshow. Der Gedenktag des Heiligen Josef hat in Bayern eine lange Tradition und war bis 1968 sogar ein gesetzlicher Feiertag. Der Heilige Josef ist der Schutzpatron der Familien und Ehepaare, aber auch der Arbeiter. Deshalb ist er auch der Schutzpatron der KAB und des Kolpingwerkes.

Anlässlich des Josefstags feierte Bischof Rudolf Voderholzer eine Pontifikalvesper im Dom . Ihm zur Seite standen Msgr. Thomas Schmid, Sozialpfarrer und Diözesanpräses der KAB Regensburg, sowie Kolping-Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt. Was heißt eigentlich konservativ? „Wir feiern die Josefivesper am Vorabend des 19. März, aber weil große Feiertage mit der ersten Vesper beginnen, darf ich bereits jetzt allen Josefs und Josefinen herzlich zum Namenstag gratulieren“, so Bischof Rudolf zu Beginn seiner Predigt. Er verwies auf die zurückliegende Regierungsbildung in Berlin und die bevorstehende Wahl in Bayern. Dabei sei immer wieder die Frage aufgetaucht, was den eigentlich „konservativ“ bedeutet.

Der Festtag des Heiligen Josef sei dazu auch kein schlechter Anlass, darüber nachzudenken, erklärte der Regensburger Bischof. Für manche scheine konservativ gleichbedeutend zu sein mit hinterkünftig, rückwärts gewandt, fortschrittskritisch oder ablehnend gegenüber jeder Form von Neuerung und Veränderung. „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ Zum Abschluss hob Bischof Voderholzer den Zuruf Jesu „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ aus dem Evangelium hervor. „Ich wünsche ihnen und bete für sie, dass sie in den Bereichen, wo sie Einfluss nehmen können auf unser gesellschaftliches Leben, das Salz eines guten Konservativismus, einer guten Haltung, der Bewahrung und Achtung der Schöpfung, einbringen. Zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer ganzen Gesellschaft.“ Josefifeier im Kolpinghaus Im Anschluss an die Vesper zogen die Fahnen und Bannerabordnungen gemeinsam mit der Musik des Orchestervereins Steinweg und  den Besuchern der Vesper in das Kolpinghaus. Dort fand noch ein kleiner Festakt zum Josefitag statt. Nach Grußworten der beiden Präsides der Sozialverbände richtete auch Bischof Rudolf ein kurzes Wort an die Gäste.

Den sozialpolitischen Vortrag hielt dieses Jahr Handwerkskammerpräsident Dr. Georg Haber. Er sprach zum etwas provokant formulierten Thema „Ich studiere Handwerk.“Mit diesem Thema wollten die beiden Sozialverbände die Aufmerksamkeit auf die berufliche bzw. handwerkliche Ausbildung legen. Vielfach wird nur noch die universitäre Ausbildung geschätzt oder ange-strebt, dabei bietet auch das Handwerk oder eine berufliche Ausbildung gute Zukunfts-perspektiven. Für Dr. Haber sind hier zwei Schlagworte wichtig: "Nicht Gleich-artigkeit, wohl aber Gleichwertigkeit" der Ausbildungswege und "Kein Abschluss ohne Anschluss". D. h. 1. dass beide Ausbildungswege zwar unterschiedlich sind, aber gleich anerkannt und 2. dass eine Anschlussqualifizierung jederzeit möglich ist. Studenten oder Studienabbrecher haben gute Chancen im Handwerk und umgekehrt ist heute ein Meisterabschluss dem Bacheler gleichgesetzt mit der Möglichkeit der Weiterqualifizierung an einer Hochschule. Manche junge Menschen blühen regelrecht auf bei einer praktischen Tätigkeit. "Um unser duales Ausbildungssystem beneidet uns die ganze Welt" so Dr. Haber. Das Handwerk bietet heute 130 verschiedene Berufsausbildungen an nach dem Motto: "Karriere mit Lehre!" "Mit diesem Thema heute haben Kolping und KAB ein wichtiges Signal in die Gesellschaft gesandt", so Kolpingsohn Dr. Haber.

Im Anschluss an den Gottesdienst und den sehr interessanten Vortrag von Dr. Haber durfte sich im Foyer des großen Saales des Kolpinhauses die Fachstelle "Junge Menschen in der Arbeitswelt" darstellen. Fachstellen-Leiter Alex Hofmann und sein Team stellten anhand verschiedenster Erfahrungen aus den Prokekten die Fachstelle, ihre Aktionen und ihre zukünftigen Möglichkeiten vor. Hierzu wurden angefangen mit Bischof Voderholzer, der sich sehr für die Materie interessierte, und vielen weiteren Teilnehmern mit unterschiedlichen Medien, Give Aways und Darstellungen die Vorzüge dieser Fachstelle, insbesondere in Bezug auf ihr positives Wirken für junge Menschen aufgezeigt. In weitern Gesprächen mit den Teamern der Fachstelle und jungen Lehrlingen, welche die Projekttage und Angebote wahrnehmen, konnten die Erkenntnisse in der Folge noch vertieft werden und auf diese Weise eine hoffentlich zukünftige Ausrichtung und Stärkung der Fachstelle angestoßen werden.